Edi Geyers Vermächtnis: Wie ein Bürgermeister Oberstdorf für immer prägte
Verena GuteEdi Geyers Vermächtnis: Wie ein Bürgermeister Oberstdorf für immer prägte
Edi Geyer, der langjährige ehemalige Bürgermeister von Oberstdorf, hinterließ bleibende Spuren in der Verkehrspolitik der Gemeinde. Während seiner fast 30-jährigen Amtszeit setzte er mutige Veränderungen durch, darunter Kreisverkehre und großflächige Tempo-30-Zonen. Selbst nach seinem Tod 2022 mit 86 Jahren wünschen sich viele Einwohner noch immer, er möge zurückkehren, um das Ruder erneut zu übernehmen.
Geyer trat sein Amt erstmals 1973 an, unterstützt nicht nur von seiner eigenen Partei, der CSU, sondern auch von den Freien Wählern und der SPD. Seine Zeit als Bürgermeister war geprägt von großer Zustimmung, aber auch scharfer Kritik. Zwei Versuche, ihn aus der Partei auszuschließen, überstand er – doch sein Einfluss auf die lokale Politik blieb ungebrochen.
Einer seiner markantesten Schritte war die Einführung eines modernen Verkehrskonzepts für Oberstdorf. Dazu gehörten Elektrobusse, Park-and-Ride-Anlagen sowie ausgedehnte Tempo-30-Zonen, um die Sicherheit für Fußgänger zu erhöhen. Zudem gehörte er zu den ersten in der Region, die Kreisverkehre bauten, und lehnte Ampeln bekanntlich als "Werkzeuge für Menschen ab, die gerne auf Anweisungen von oben warten".
Seine Politik veränderte nicht nur Oberstdorf. Seit 2020 haben benachbarte Gemeinden wie Bad Hindelang, Oberjoch und Teile des Allgäus ähnliche Maßnahmen übernommen, wie die Allgäuer Zeitung berichtete. Noch Jahre später ist sein Einfluss spürbar – so sehr, dass im aktuellen Wahlkampf sogar ein Plakat mit seinem Konterfei auftauchte, vermutlich von einem nostalgischen Anhänger oder einem Scherzkeks angebracht.
Geyers Vermächtnis lebt in Oberstdorfs Straßen und darüber hinaus weiter. Seine einst umstrittenen Verkehrsideen gelten heute als Vorbild für andere deutsche Städte. Zwar starb er vor zwei Jahren, doch sein Einfluss auf die lokale Verwaltung und Stadtplanung bleibt unübersehbar.