Dieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus
Rolf WendeDieter Nuhr erhält Leo-Baeck-Preis für mutigen Kampf gegen Antisemitismus
Der Satiriker Dieter Nuhr ist mit dem Leo-Baeck-Preis ausgezeichnet worden, der höchsten Ehrung des Zentralrats der Juden in Deutschland. Die Auszeichnung würdigt seinen unerschrockenen Einsatz gegen Antisemitismus – insbesondere dort, wo er oft totgeschwiegen wird. Der muslimische Autor Ahmed Mansour aus Israel lobte Nuhr dafür, dass er Meinungen vertritt, die viele nicht zu äußern wagen.
Nuhr erhielt den Preis für seine Arbeit, Antisemitismus jenseits der rechten Szene sichtbar zu machen. Immer wieder hat er auf dessen Verbreitung in linken Kreisen und unter kulturellen Eliten hingewiesen. Josef Schuster, Präsident des Zentralrats, hob hervor, wie Nuhr mit doppelten Standards in der Medienberichterstattung über Israel und das Judentum aufräumt.
Der nach dem Rabbiner Leo Baeck benannte Preis ist mit 15.000 Euro dotiert. Zu den früheren Preisträgern zählen die ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, Roman Herzog und Christian Wulff sowie Altkanzlerin Angela Merkel. Mansour bezeichnete Nuhrs Wirken als eine Art Therapie für eine zersplitterte Debattenkultur.
Die Auszeichnung unterstreicht Nuhrs Rolle als Mahner gegen übersehene Vorurteile. Seine Kritik richtet sich gleichermaßen gegen politische Extreme wie gegen mediale Erzählmuster. Mit der Ehrung reiht er sich ein in die Liste prägender Persönlichkeiten, die den öffentlichen Diskurs in Deutschland geprägt haben.






