11 June 2026, 02:20

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Ifo-Präsident: Pflichtbetriebsrenten könnten Unternehmen belasten

DGB fordert Pflicht zur betrieblichen Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat vorgeschlagen, betriebliche Altersvorsorge für alle Arbeitnehmer verpflichtend einzuführen. Derzeit verfügen rund 20 Millionen Beschäftigte in Deutschland über keine betriebliche Rente. Der Vorschlag zielt darauf ab, die gesetzliche Rentenversicherung zu ergänzen und Arbeitgeberbeiträge einzubeziehen.

Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts, begrüßte den DGB-Vorschlag grundsätzlich. Er bezeichnete die Pläne zur Stärkung der betrieblichen Altersvorsorge als grundsätzlich sinnvoll – angesichts des demografischen Wandels in Deutschland. Gleichzeitig äußerte er jedoch Bedenken hinsichtlich der wirtschaftlichen Auswirkungen.

Fuest warnte, dass eine verpflichtende Beteiligung der Arbeitgeber an der Finanzierung die Lohnnebenkosten in die Höhe treiben würde. Zudem argumentierte er, dass die schwache wirtschaftliche Lage Deutschlands kaum Spielraum für zusätzliche lohnbezogene Belastungen lasse. Seine Äußerungen unterstreichen die Spannung zwischen sozialen Sicherungsbedürfnissen und der wirtschaftlichen Tragfähigkeit für Unternehmen.

Mit dem DGB-Vorschlag soll die Altersvorsorge für Millionen Arbeitnehmer ausgeweitet werden. Die Frage der Arbeitgeber-Kofinanzierung bleibt dabei ein zentraler Streitpunkt. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen könnten entscheidend dafür sein, wie der Plan vorankommt.

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