07 June 2026, 14:22

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert rechtliche Folgen

Deutschland verstößt gegen EU-Regeln zur Lohngleichheit

Deutschland verpasst EU-Frist für Lohntransparenz – und riskiert rechtliche Folgen

Deutschland hat die EU-Frist für die Einführung neuer Lohntransparenzgesetze verpasst. Die Regelungen, die der Bekämpfung von Lohnungleichheit dienen sollen, hätten bis Sonntag in Kraft treten müssen. Beamte warnen nun vor möglichen rechtlichen Konsequenzen.

Die aktuelle geschlechtsspezifische Lohnlücke in Deutschland liegt bei 15,6 Prozent – und damit über dem EU-Durchschnitt von 11,1 Prozent.

Die EU-Richtlinie zur Lohngerechtigkeit hätte bis Sonntag in deutsches Recht umgesetzt werden müssen. Doch die Bundesregierung verpasste den Stichtag, wodurch das Land gegen EU-Recht verstößt. Die Umsetzung verzögert sich nun bis Anfang 2027.

Nach den neuen Vorschriften müssen Arbeitgeber künftig Startgehälter offen mit Bewerbern teilen. Zudem wird es ihnen untersagt sein, nach früheren Einkommen zu fragen. Beschäftigte erhalten das Recht, durchschnittliche Gehaltsangaben für vergleichbare Positionen, aufgeschlüsselt nach Geschlecht, anzufordern. Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern müssen ihre geschlechtsspezifischen Lohnunterschiede regelmäßig veröffentlichen.

Deutschland verfügt bereits über ein Entgelttransparenzgesetz, das 2017 eingeführt wurde. Dieses ermöglicht es Angestellten, Gehälter innerhalb ihres Unternehmens zu vergleichen. Allerdings nutzen nur wenige diese Möglichkeit aus Angst vor negativen Reaktionen der Arbeitgeber.

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Die Europäische Kommission könnte nun ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland einleiten. Ein solcher Schritt würde den Druck auf Berlin erhöhen, die Richtlinie umzusetzen.

Durch die Verzögerung bleibt die Lohnlücke in Deutschland mindestens zwei weitere Jahre ohne die geplanten Gegenmaßnahmen bestehen. Ohne strengere Kontrollen könnten Arbeitnehmer weiterhin auf Hindernisse stoßen, wenn sie Zugang zu fairen Lohninformationen suchen. Die EU hat noch nicht bekannt gegeben, wie sie als Nächstes reagieren wird.

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