Deutschland setzt auf Gas, Netzkontrollen und Fusionsenergie für die Energiewende
Freia MansDeutschland setzt auf Gas, Netzkontrollen und Fusionsenergie für die Energiewende
Deutschland treibt weitreichende Änderungen seiner Energiestrategie voran. Neue Gasimportverträge, erweiterte Netzkontrollen und ein Fokus auf Fusionsenergie markieren einen Kurswechsel in der Politik. Die Regierung plant zudem, bis 2026 Kraftwerke mit einer Leistung von 12 Gigawatt neu zu bauen, die mit Erdgas betrieben werden.
Das von Katherina Reiche geführte Wirtschaftsministerium hat neue Verträge für den Import von verflüssigtem Erdgas (LNG) abgesichert. Die Lieferungen aus den USA stiegen im vergangenen Jahr um 60 Prozent an und stärkten so die Versorgungssicherheit. Reiche, die zuvor als Chefin von Westenergie AG die Gaslobby führte, treibt zudem Pläne voran, die heimische Gasförderung auszuweiten – auch vor der Nordseeinsel Borkum.
Im Rahmen der vorgeschlagenen Netzpaket-Reformen (Netzpaket = Reformpaket für die Stromnetze) erhalten Netzbetreiber die Entscheidungshoheit, ob neue Anlagen ans Netz angeschlossen werden dürfen. Regionen mit starken Engpässen könnten als kapazitätsbegrenzt eingestuft werden, was erneuerbare Energien stärker trifft als konventionelle Kraftwerke. Betreiber von Ökostromanlagen behalten jedoch ihre Markterlöse für bereits verkaufte Strommengen – selbst wenn Netzengpässe zu Abschaltungen zwingen.
Die Bundesregierung investiert zudem 1,7 Milliarden Euro in die Fusionsforschung während der aktuellen Legislaturperiode. Ziel ist es, das erste funktionsfähige Fusionskraftwerk der Welt zu beherbergen. Parallel dazu hat die EU im Rahmen einer neuen Innovationsstrategie 200 Millionen Euro für kleine modulare Reaktoren (SMR) bereitgestellt. Eine Quote für „grünes Gas“ soll die Nutzungsdauer der deutschen Gasinfrastruktur zusätzlich verlängern.
Die neuen Maßnahmen zielen darauf ab, Versorgungssicherheit mit langfristiger Dekarbonisierung in Einklang zu bringen. Während Gasimporte und heimische Förderung steigen, prägen Netrezzformen und Fusionsforschung die Energieversorgung der Zukunft. Die Politik verbindet damit kurzfristige Erfordernisse mit langfristigen technologischen Wetten.






