Deutsche Industrie kämpft mit Rekordtief bei Wettbewerbsfähigkeit und Energiekosten
Verena GuteIndustrie sieht Wettbewerbsfähigkeit auf Rekordtief - Deutsche Industrie kämpft mit Rekordtief bei Wettbewerbsfähigkeit und Energiekosten
Deutsche Industrie wettbewerbsfähiger denn je – doch die Krise verschärft sich
Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie hat ein Rekordtief erreicht: Mehr als ein Drittel der Unternehmen verzeichnet einen Rückgang. Die aktuellsten Zahlen vom Oktober 2023 zeigen eine drastische Zunahme der Probleme in zentralen Branchen. Hohe Energiekosten und regulatorische Belastungen setzen die Unternehmen im internationalen Vergleich weiter unter Druck.
Im Oktober 2023 meldeten 36,6 % der deutschen Industriebetriebe eine verschlechterte Wettbewerbsposition – ein deutlicher Anstieg gegenüber 24,7 % im Juli. Besonders betroffen sind einige Schlüsselsektoren: Fast die Hälfte der Unternehmen in der Elektronik- und Optikbranche (47 %) sowie rund 40 % im Maschinenbau kämpfen mit sinkenden Erträgen.
Energieintensive Industrien leiden am stärksten. Über 50 % der Chemieunternehmen verzeichnen Wettbewerbsnachteile, da explodierende Energiepreise und strenge Vorschriften sie belasten. Zwischen 2021 und 2026 stiegen die Energiekosten in Deutschland infolge der Energiekrise und des Atomausstiegs massiv an. Zusätzliche Abgaben wie die EEG-Umlage verschärften die Situation weiter.
Währenddessen halten ausländische Konkurrenten ihre Kosten niedrig: Die USA stabilisierten ihre Ausgaben durch Subventionen wie den Inflation Reduction Act, der Steuererleichterungen für saubere Energien bietet. China sichert sich günstige Preise durch staatliche Unterstützung und die Nutzung von Kohle. Selbst in Europa profitiert Frankreich von seiner Atomkraft, während Polen Kohlesubventionen ausbaut. Deutschlands begrenzte Entlastungsmaßnahmen – etwa Strompreisbremse – konnten die Kluft kaum verringern.
Der Niedergang betrifft nicht nur den globalen, sondern auch den europäischen Vergleich: 21,5 % der deutschen Unternehmen geben an, innerhalb Europas an Boden zu verlieren – ein Anstieg gegenüber 12 % in früheren Erhebungen.
Die Daten bestätigen eine zunehmende Krise der deutschen Industrie. Steigende Energiekosten, strengere Regularien und wachsende internationale Konkurrenz setzen viele Betriebe unter Druck. Ohne wirksamere Unterstützung droht sich die Schere zwischen Deutschland und seinen Wettbewerbern weiter zu öffnen.






