Bundesregierung verbietet islamistischen Verein Muslim Interaktiv nach jahrelangen Debatten
Rolf WendeBundesregierung verbietet islamistischen Verein Muslim Interaktiv nach jahrelangen Debatten
Die deutsche Bundesregierung hat den Verein Muslim Interaktiv verboten, da dieser sich gegen die verfassungsmäßige Ordnung des Landes stellt. Die Entscheidung fiel Anfang November 2025 nach jahrelangen politischen Debatten und gescheiterten Anträgen. Die Behörden hatten die Gruppe bereits seit Langem als extremistisch eingestuft, weil sie eine islamistische Ideologie verbreitete.
Erste ernsthafte Vorbehalte gegen Muslim Interaktiv kamen im Mai 2024 auf. Der Hamburger Verfassungsschutz stufte die Organisation als „gesichert extremistisch“ ein, da sie Ansichten der Hizb ut-Tahrir verbreitete. Im selben Monat beantragte die AfD ein Verbot des Vereins mit der Begründung, dieser gefährde die demokratischen Grundsätze Deutschlands. Der Vorstoß der AfD stieß jedoch auf Kritik – auch vonseiten des BSW-Politikers Ali Al-Dailami, der monierte, der Antrag untzscheide nicht ausreichend zwischen Islam und Islamismus.
Schon im April 2024 hatte die Hamburger CDU versucht, den Verein auf Landesebene verbieten zu lassen. Der Antrag scheiterte jedoch am Widerstand von SPD und Grünen. Im Juni 2024 lehnte der Bundestag dann den AfD-Antrag ab, unterstützt von mehreren Parteien, darunter auch der CDU. Der CDU-Abgeordnete Christoph de Vries bezeichnete die Initiative der AfD als überflüssig und verwies auf einen eigenen Bundesantrag seiner Partei gegen den politischen Islam. Dieser Antrag, ebenfalls im Juni eingebracht, zielte darauf ab, Vereine zu verbieten, die islamistische Systeme propagieren – wurde aber von der Ampelkoalition abgelehnt.
Die Diskussionen zogen sich hin, bis das Bundesinnenministerium schließlich handelte. Im November 2025 erließ das Ministerium das Verbot gegen Muslim Interaktiv mit der Begründung, die Gruppe strebe an, die verfassungsmäßige Ordnung Deutschlands durch ein islamistisches Modell zu ersetzen.
Das Verbot setzt einem langwierigen politischen und juristischen Prozess ein Ende. Muslim Interaktiv darf in Deutschland nicht mehr tätig sein. Die Entscheidung folgt auf wiederholte Warnungen der Sicherheitsbehörden und mehrere gescheiterte Versuche, die Gruppe per Parlamentsbeschluss zu ächten.
