Bremer Buchhandlung "The Golden Shop" nach provokanter Fassade vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen
Rolf WendeBremer Buchhandlung "The Golden Shop" nach provokanter Fassade vom Buchhandlungspreis ausgeschlossen
Die Bremer Buchhandlung The Golden Shop ist vom Deutschen Buchhandlungspreis 2026 ausgeschlossen worden. Kulturminister Wolfram Weimer traf diese Entscheidung, nachdem der Laden zunächst als „herausragende Buchhandlung“ für ein Preisgeld von 15.000 Euro nominiert war. Der Ausschluss folgt auf eine spektakuläre Neugestaltung der Fassaden- und Schaufenstergestaltung des Ladens.
An der Fassade prangte einst der Spruch „Deutschland verrecke bitte“. Kürzlich brachten sechs Personen ein großes Stofftransparent am Giebel des Gebäudes an. Nun zieren handschriftliche Zitate von Weimer die Außenwand, während im Schaufenster ein überdimensionales Porträt des Ministers neben seinen eigenen Werken zu sehen ist.
Trotz der Umgestaltung betonte Inhaberin Ausma Zvidrina, dass die Buchhandlung Weimers Bücher weiterhin nicht führen werde. Auf die Frage, ob der Relaunch eine offizielle Distanzierung von linksextremen Positionen darstelle, lachte sie nur. Zudem verkauft der Laden nun Tassen mit dem Aufdruck „The Golden Shop: Empfohlen vom Verfassungsschutz“.
Mit dem Ausschluss entfällt für die Buchhandlung die Chance auf das 15.000-Euro-Preisgeld. Die Neugestaltung und das neue Merchandising deuten auf einen Wandel des öffentlichen Images hin – und sorgen sowohl bei Unterstützern als auch bei Kritikern für Aufsehen.






