Bremens Skandal um gelöschte E-Mails und "goldene Händedrücke" eskaliert
Bayram JohannBremens Skandal um gelöschte E-Mails und "goldene Händedrücke" eskaliert
Bremens Bürgerschaft setzt Untersuchungsausschuss ein
Im November 2025 richtete der Landtag in Bremen einen Untersuchungsausschuss ein, um die Entlassungen von Staatsräten in den vergangenen zehn Jahren zu prüfen. Den Anstoß gab ein anonymer Hinweis der CDU, der behauptete, in zwei Behörden seien E-Mails gelöscht worden. Belege für diese Vorwürfe lagen damals jedoch nicht vor.
Im Herbst 2025 erreichte die CDU ein weiterer Tipp über fehlende E-Mails im Zusammenhang mit dem Vorgang. Der fraktionsgeschäftsführende Abgeordnete Tobias Hentze behauptete zunächst, der Hinweis stamme aus anonymer Quelle. Später räumte er ein, seine Aussage sei falsch gewesen, und gab sich selbst als Informanten zu erkennen.
Die Arbeit des Ausschusses zog sich bis ins Jahr 2026 hin. Am Dienstag, dem 10. Februar 2026, kamen die Mitglieder erneut zusammen, um neue Fälle mangelnder Transparenz bei den Entlassungsverfahren zu untersuchen. Darunter fiel die Löschung von fünf Signal-Nachrichten zwischen Irene Strebl und Jan Fries, beide Staatsräte im Umweltressort. Es bestand der Verdacht auf mögliche unzulässige Absprachen.
Die Opposition warf der Regierung vor, abgehende Staatsräte auf Kosten der Öffentlichkeit mit überhöhten Abfindungen – sogenannten „goldenen Händedrücken“ – ausgestattet zu haben. Unterdessen konnte der Senat im Fall von Regine Komoss zentrale Unterlagen nicht vorlegen, darunter einen förmlichen Widerspruch der Finanzbehörde. Wie der Weser-Kurier berichtete, müssen nicht alle Chats zwischen Beamten archiviert werden; die gelöschten Nachrichten stammten zudem aus einer Zeit, als die Entlassungen noch nicht öffentlich hinterfragt wurden.
Die CDU verweigerte eine Aussage vor dem Ausschuss. Sowohl die Motive für den Hinweis als auch Hentzes falsche Angabe bleiben unklar. In Deutschland können politische Beamte ohne Angabe von Gründen entlassen werden, erhalten jedoch oft großzügige Vorruestandsregelungen. Die Erkenntnisse des Ausschusses und die fehlenden Dokumente haben weitere Fragen zur Transparenz aufgeworfen. Die Ermittlungen zu den Entlassungen und den gelöschten Kommunikationen dauern an.






