Berliner Untersuchungsausschuss prüft umstrittene Antisemitismus-Fördergelder und fragwürdige Vergabepraxis
Bayram JohannBerliner Untersuchungsausschuss prüft umstrittene Antisemitismus-Fördergelder und fragwürdige Vergabepraxis
Ein Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses prüft derzeit die Vergabe von Mitteln zur Bekämpfung von Antisemitismus, nachdem ein vernichtender Prüfbericht vorliegt. Der Rechnungshof bezeichnete die Zuwendungen als „offensichtlich rechtswidrig“. Nun sollen zentrale Akteure aussagen, darunter der ehemalige Kulturstaatssekretär Joe Chialo.
Ausgelöst wurde der Streit durch Vorwürfe der Grünen und der Linken. Sie warfen Chialo und seiner Nachfolgerin, Sarah Wedl-Wilson, vor, Gelder nach intransparenter Maßgabe verteilt zu haben. Zudem soll es unzulässigen Druck seitens der CDU-Fraktion gegeben haben.
Wedl-Wilson, die als Parteilose amtierte, bewilligte noch vor ihrem Rücktritt Ende April mehrere Förderprojekte. Chialo war bereits im Mai 2025 zurückgetreten – offiziell mit Verweis auf Haushaltskürzungen, nicht auf die umstrittenen Mittelvergaben.
Mitte April hatten die CDU-Abgeordneten Dirk Stettner und Christian Goiny in ihrer ersten Anhörung jede Verfehlung bestritten. Nun stehen sie für eine zweite Befragungsrunde an. Der Ausschuss selbst war im Dezember 2025 auf gemeinsamen Antrag der Grünen und der Linken eingesetzt worden.
Die Untersuchungen konzentrieren sich weiterhin auf die Vergabepraxis und die Rolle der Beteiligten. Trotz seines früheren Rücktritts bleibt Chialo eine Schlüsselfigur des Verfahrens. Weitere Aussagen könnten Licht auf die Vorwürfe unzulässiger Einflussnahme und undurchsichtiger Verteilungsprozesse werfen.






