22 March 2026, 06:27

Bayern sucht demokratische Vorbilder für Straßen und Plätze

Offenes Buch mit detaillierter Karte von Bayern mit beschrifteten Städten, Dörfern, Flüssen und geografischen Merkmalen.

Bayern sucht demokratische Vorbilder für Straßen und Plätze

Neue Initiative in Bayern sammelt Namen historischer Demokratie-Förderer

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

In Bayern läuft eine neue Aktion, die Namen historischer Persönlichkeiten zusammenträgt, die sich für die Demokratie eingesetzt haben. Der Brauchtumsverein Heimat Bayern erstellt eine Liste möglicher Kandidaten für die Umbenennung von Straßen und Plätzen. Bürgerinnen und Bürger können bis Ende März nächsten Jahres ihre Vorschläge einreichen.

Im Fokus des Projekts stehen Persönlichkeiten mit ausgeprägten demokratischen Werten – insbesondere solche, die sich gegen autoritäre Regime stellten. Zu den bevorzugten Vorbildfiguren zählen Künstler, Journalisten und Kabarettisten, meist bereits Verstorbene. Bisher gingen rund zehn Vorschläge ein, darunter die SPD-Politiker Waldemar von Knoeringen und Erhard Auer.

Eine Fachjury aus Historikern – Ferdinand Kramer, Bernhard Löffler und Martina Steber – wird die Einreichungen prüfen. Ihre Aufgabe ist es zu bewerten, ob die Kandidaten eine glaubwürdige Distanz zur NSDAP und anderen problematischen Verbindungen wahrten. Ziel ist es, künftige Kontroversen über Straßen zu vermeiden, die nach Personen mit belasteter Vergangenheit benannt sind.

Offizielle Aufzeichnungen zeigen, dass es in den letzten fünf Jahren in Bayern keine Umbenennungen wegen umstrittenen Biografien gab. Die fertige Liste soll bis zum nächsten Sommer vorliegen und dem Bayerischen Städtetag sowie dem Gemeinde- und Städtetag Bayern zur Verfügung gestellt werden. Jede Kommune entscheidet dann eigenständig, da es keine Vorgaben für mögliche Namensgebungen gibt.

Die Initiatoren betonen, dass alle Ideen willkommen sind – vorausgesetzt, sie werden mit einer nachvollziehbaren Begründung eingereicht. Das Projekt soll Gemeinden eine Hilfestellung bieten, wenn es um die Vergabe neuer Straßennamen geht.

Die Aktion bietet eine strukturierte Möglichkeit, demokratische Persönlichkeiten zu ehren. Sobald die Liste fertig ist, kann sie Städten und Gemeinden als Entscheidungshilfe für künftige Namensgebungen dienen. Die endgültige Entscheidung bleibt jedoch bei den einzelnen Kommunen.

Quelle