Bayerisches Handwerk kämpft mit sinkenden Umsätzen und Beschäftigtenzahlen trotz Hoffnungsschimmer
Verena GuteDie Handwerksindustrie in Bayern schrumpft - Bayerisches Handwerk kämpft mit sinkenden Umsätzen und Beschäftigtenzahlen trotz Hoffnungsschimmer
Bayerisches Handwerk steht trotz leichter Hoffnungsschimmer vor einer Abschwächung
Trotz einiger positiver Signale zeigt das bayerische Handwerk Anzeichen einer konjunkturellen Abkühlung: Beschäftigung und Umsätze sind im vergangenen Jahr gesunken, auch wenn weniger Betriebe über rückläufige Aufträge klagen. Branchenvertreter warnen, dass ohne dringende Reformen die Zukunft des Sektors unsicher bleiben könnte.
Der Bayerische Handwerkstag (BHT) fordert daher gezielte Maßnahmen, um Investitionen und Wettbewerbsfähigkeit zu stärken – angesichts nachlassender Nachfrage und anhaltender struktureller Herausforderungen.
Bis Ende September sank die Beschäftigtenzahl im bayerischen Handwerk auf 951.400, ein Rückgang um 1,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Umsätze gingen real um 1,8 Prozent zurück und lagen im dritten Quartal bei geschätzten 37,8 Milliarden Euro. Dennoch bewerten 82 Prozent der Betriebe ihre aktuelle Lage als gut oder befriedigend – eine leichte Verbesserung um zwei Prozentpunkte gegenüber 2023.
Die Nachfrage bleibt uneinheitlich: Während 31 Prozent der Unternehmen schrumpfende Auftragseingänge melden, verzeichnen nur 13 Prozent einen Anstieg. Der Anteil der Betriebe mit rückläufigen Neuaufträgen sank im Jahresvergleich um drei Prozentpunkte. Im Durchschnitt reichen die Auftragsbestände für 8,7 Wochen – unverändert zum Vorjahr.
Franz Xaver Peteranderl, Präsident des BHT, betonte, dass Sondermittel für Verteidigung und Infrastruktur allein die tieferliegenden strukturellen Probleme nicht lösen würden. Er forderte die Politik auf, unverzüglich Maßnahmen zu ergreifen, um private Investitionen und die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Für die kommenden Monate rechnen 79 Prozent der Betriebe mit einer stabilen oder verbesserten Lage – drei Prozentpunkte mehr als im Vorjahr.
In den vergangenen fünf Jahren hatte das bayerische Handwerk noch Widerstandsfähigkeit bewiesen: 2024 erreichte der Umsatz 148 Milliarden Euro, die Beschäftigung näherte sich der Millionenmarke. Auch die Förderzusage der LfA Förderbank Bayern stieg zwischen 2024 und 2025 um 45 Prozent, was Investitionen in Höhe von 300 Millionen Euro und die Schaffung von 840 neuen Arbeitsplätzen ermöglichte. Doch die jüngsten Rückgänge bei Beschäftigung und Umsätzen deuten darauf hin, dass die Wachstumsdynamik nachlässt.
Der BHT sieht keine klaren Anzeichen für eine baldige konjunkturelle Erholung. Zwar hat sich die Zuversicht in Bezug auf die künftige Geschäftslage leicht erhöht, doch der Sektor bleibt von schwacher Nachfrage und strukturellen Hindernissen belastet. Die Branchenvertreter betonen, dass gezielte Reformen und Investitionen entscheidend sein werden, um den aktuellen Abwärtstrend umzukehren.






