Bad Wörishofen stoppt geplante Verschärfung der Wahlplakat-Regeln vor Kommunalwahl 2026
Bayram JohannBad Wörishofen stoppt geplante Verschärfung der Wahlplakat-Regeln vor Kommunalwahl 2026
Stadtrat von Bad Wörishofen gibt Pläne für strengere Wahlplakat-Regeln auf
Der Stadtrat von Bad Wörishofen hat Vorhaben fallen lassen, die Regeln für Wahlplakate zu verschärfen. Der Entwurf sah vor, Werbung auf offizielle Ständer zu beschränken, doch rechtliche Bedenken zwangen zur Rücknahme. Nun sollen Beamte vor der Kommunalwahl 2026 alternative Lösungen zur Eindämmung des Plakatwirrwarrs prüfen.
Ursprünglich wollte der Rat Wahlplakate auf elf offizielle Ständer begrenzen, von denen jeder sechs DIN-A1-Plakate aufnehmen sollte. Bisher dürfen Parteien unbegrenzt Plakate in der gesamten Stadt aufhängen – mit Ausnahme der Fußgängerzone. Die neue Regel hätte zusätzliche Plakate an Straßen verboten, stieß jedoch auf sofortige Hindernisse.
Kritiker wiesen auf rechtliche Unsicherheiten bei Werbebeschränkungen hin. Paul Gruschka (Freie Wähler) warnte, Parteien könnten die Vorschriften anfechten und so Eilverfahren provozieren. Paola Rauscher (Grüne) verwies darauf, dass bayerische Städte wie Pullach und Weilheim bereits ähnliche Grenzen durchsetzen – Bad Wörishofen fehle jedoch eine klare rechtliche Grundlage.
Auch die Kosten spielten eine Rolle: Jeder neue Plakatständer hätte die Stadt über 1.200 Euro gekostet. Angesichts der für den 8. März 2026 geplanten Kommunalwahlen hatten Michaela Bahle-Schmidt (CSU) und Jürgen Thiemann (SPD/ÖDP) strengere Kontrollen gefordert, um das Stadtbild aufzuwerten. Ohne sichere rechtliche Basis zogen die Fraktionen den Antrag jedoch zurück und baten die Verwaltung um alternative Lösungen.
Nun wird die Stadt verschiedene Ansätze zur Regulierung von Wahlplakaten prüfen. Die Beamten müssen rechtliche Risiken, Kosten und das Ziel der optischen Entlastung abwägen. Neue Regeln benötigen bis zur nächsten Wahl in zwei Jahren eine klarere juristische Absicherung.






