Anna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper
Verena GuteAnna Netrebko polarisiert mit Un ballo in maschera an der Berliner Staatsoper
An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Verdis Un ballo in maschera Premiere – mit Anna Netrebko in der Hauptrolle der Amelia. Die Aufführung löste sowohl begeisterten Applaus als auch Proteste vor dem Opernhaus aus. Kritiker hinterfragen seit dem russischen Angriff auf die Ukraine immer wieder ihre angeblichen Verbindungen zu Russlands Präsident Wladimir Putin.
Die jüngste Vorstellung unterstrich erneut die gespaltenen Reaktionen auf ihre Auftritte in Deutschland. Am Premierenabend betrat Netrebko die Bühne und erhielt starken Beifall vom Publikum. Ihre Darstellung der Amelia in Verdis Oper ist Teil des Festprogramms der Staatsoper. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, bleibt in Berlin aktiv – sie tritt regelmäßig in der Staatsoper Unter den Linden und beim Classic Open Air auf.
Vor dem Theater versammelten sich etwa 50 Demonstranten, die ukrainische Flaggen schwenkten. Während der Kundgebung waren Rufe wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat" zu hören. Proteste begleiten Netrebko seit ihrer Geburtstagsfeier 2021 im Moskauer Kreml, die die Kritik an ihrer politischen Haltung befeuerte.
Elisabeth Sobotka, Intendantin der Staatsoper, verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit dem Angriff nicht dorthin zurückgekehrt sei. Dennoch sorgen ihre Auftritte weiterhin für Kontroversen. Bereits Anfang dieses Jahres löste ihre Rolle als Abigaille in Nabucco an der Berliner Staatsoper sowohl Proteste als auch begeisterte Reaktionen im Publikum aus.
Die Premiere von Un ballo in maschera rückte Netrebko erneut in den Fokus der Öffentlichkeit. Ihr Auftritt auf der Bühne bleibt umstritten: Während ihre Anhänger ihre künstlerische Leistung feiern, stellen Kritiker ihre vermeintlichen politischen Verstrickungen infrage. Die Staatsoper hat bisher keine Änderungen an ihren geplanten Auftritten angekündigt.






