21 March 2026, 20:25

Abschied vom Erfolg: Warum Senftenbergs Theaterchef Daniel Ris trotz Aufschwungs gehen muss

Gemälde mit dem Titel 'Das Konzertsaal' (1892), das einen großen Auditorium mit Menschen zeigt, beleuchtet von Kronleuchtern, mit Geländern und Säulen.

Abschied vom Erfolg: Warum Senftenbergs Theaterchef Daniel Ris trotz Aufschwungs gehen muss

Das Neue Theater Senftenberg hat unter der Leitung von Daniel Ris, dem scheidenden Intendanten, wieder regionale Aufmerksamkeit erlangt. Seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren steigerte er die Zuschauerzahlen und erhöhte die Eigenmittel des Theaters. Doch trotz dieser Erfolge wird sein Vertrag nach Ablauf im Jahr 2027 nicht verlängert.

Die im März 2023 bekannt gegebene Entscheidung sorgte für Diskussionen. Offiziell wurden finanzielle Zwänge und veraltete Strukturen als Gründe genannt, doch spekuliert wird weiterhin über mögliche andere Motive.

Daniel Ris formte das Neue Theater Senftenberg zu einem kulturellen Gesprächsthema um. Unter seiner Führung zog das Haus größere Zuschauerzahlen an und festigte seine wirtschaftliche Basis. Ein Beispiel für diesen Aufschwung war eine Veranstaltung Ende September: eine lebhafte Diskussion über den DDR-Sport, gefolgt von einer unterhaltsamen Aufführung. Der zweite Teil des Programms fand eine gelungene Balance – identitätsstiftend und zugleich zugänglich, ohne in politische Extreme abzurutschen.

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Ein Höhepunkt des Abends war der Soloauftritt der Schauspielerin Catharina Struwe, der nachhaltig beeindruckte. Ein weiterer Glanzpunkt war die Arbeit des polnischen Regisseurs Kajetan Skurski, dessen Texte zunächst nostalgische Erinnerungen an die DDR weckten, um dann die starre Sportkultur der Zeit zu karikieren und Doping-Skandale anzudeuten.

Trotz dieser Erfolge erhielt Ris die Mitteilung, dass sein Fünfjahresvertrag nicht verlängert wird. Die Verantwortlichen verwiesen auf Haushaltsengpässe, steigende Kosten und Modernisierungsbedarf. Betont wurde die Notwendigkeit langfristiger Tragfähigkeit und die Ausrichtung an kommunalen Prioritäten. Doch die genauen Gründe bleiben vage – Vorwürfe wie mangelnde Führung oder angebliche finanzielle Fehltritte, darunter ein umstrittenes Minus von 250.000 Euro, wurden nie vollständig aufgeklärt.

Einige Beobachter vermuten, dass Ris' klare Haltung gegen rechtsextreme Gruppen oder sein unangepasster Führungsstil eine Rolle gespielt haben könnten. Zwar zeigt er sich frustriert über die Entscheidung, doch bleibt er auf seine vierte und letzte Spielzeit konzentriert. Gleichzeitig sondiert er bereits neue berufliche Möglichkeiten und war seit der Bekanntgabe zu seinem ersten Vorstellungsgespräch eingeladen.

Das Neue Theater Senftenberg steht nun vor einer Phase des Umbruchs. Ris hinterlässt ein Haus mit wachsenden Zuschauerzahlen und gestiegener regionaler Bedeutung. Stadt und Landkreis müssen nun die strukturellen Herausforderungen angehen, ohne den in den vergangenen drei Jahren aufgebauten Schwung zu verlieren.

Für Daniel Ris beginnt ein neues Kapitel: Er bereitet seine letzte Spielzeit in Senftenberg vor und blickt zugleich auf künftige Aufgaben an anderen Orten.

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