07 May 2026, 00:26

10-Euro-Gebühr für Gräfrath-Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Schwarzes und weißes Plakat, das eine öffentliche Versammlung mit dem Titel 'Nationalkonvent, Rechte des Volkes' ankündigt, die auf den Cold Bath Fields stattfindet.

10-Euro-Gebühr für Gräfrath-Marktfest spaltet Solingen: Senioren fühlen sich ausgeschlossen

Neue Eintrittsgebühr von 10 Euro für das Gräfrath-Marktfest sorgt in Solingen für Streit

Die neu eingeführte Gebühr von 10 Euro für den Besuch des Gräfrath-Marktfests hat in Solingen für Kontroversen gesorgt. Die Abgabe, die die steigenden Sicherheitskosten decken soll, stößt beim Seniorenbeirat auf scharfe Kritik. Besonders ältere Einwohner befürchten, dass die Gebühr ihre Teilnahme an einer langjährigen Gemeinschaftstradition gefährdet.

Das Fest gilt seit jeher als wichtiger sozialer Treffpunkt für Senioren in Solingen. Viele nutzen es, um Kontakte zu knüpfen und am Gemeinschaftsleben teilzuhaben. Doch der Seniorenbeirat warnt, dass die Gebühr eine finanzielle Hürde darstellt – vor allem für Rentner mit geringem Einkommen.

Die Arbeitsgruppe „Altersarmut“ des Beirats argumentiert, dass die 10 Euro Eintritt – von denen lediglich 2 Euro als Essensgutschein zurückerstattet werden – für viele nicht tragbar seien. Der Hinweis auf einen kostenlosen Familientag am Sonntag helfe Alleinstehenden Senioren kaum. Stattdessen schlägt der Beirat gestaffelte Preise, Ermäßigungen für ältere Besucher oder eine stärkere städtische Förderung vor, um das Fest für alle zugänglich zu halten.

Die Veranstalter rechtfertigen die Gebühr mit den gestiegenen Sicherheitsausgaben. Kritiker fragen jedoch, ob die Besucher diese Kosten tragen sollten. Die Debatte berührt zudem grundsätzliche Fragen zur Bezahlbarkeit lokaler Veranstaltungen. Für manche steht die Gebühr symbolisch für einen Wandel weg vom ursprünglichen Geist des Festes – der Offenheit und Gemeinschaft.

Altersarmut ist in Solingen ein wachsendes Problem, da viele Senioren mit kleinen Renten auskommen müssen. Der Beirat betont, dass Gemeinschaftsveranstaltungen inklusiv bleiben müssten und ein Gleichgewicht zwischen wirtschaftlichen Zwängen und sozialer Verantwortung gefunden werden müsse.

Der Streit zeigt die Spannung zwischen finanziellen Notwendigkeiten und sozialer Teilhabe. Ohne Anpassungen könnte die Gebühr ältere Einwohner ausschließen, die das Fest seit Langem schätzen. Der Seniorenbeirat setzt sich weiterhin für fairere Lösungen ein, damit alle weiterhin teilnehmen können.

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